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Kaffeemaschinen und Formen der Kaffeezubereitung

Jeder kommt irgendwann an den Punkt zu fragen: welche Kaffeemaschine bzw. welche Form der Kaffeezubereitung ist die richtige für mich. Jetzt kann man natürlich fragen, ob es der Kaffeevollautomat der Marke X oder Marke Y sein soll, aber bevor man das macht sollte man sich erst fragen: Ist der Kaffeevollautomat tatsächlich die richtige Kaffeemaschine für mich (oder ist es doch die Siebträgermaschine oder die French Press)? Und wenn ja: wie hole ich das beste aus der Maschine raus. Denn jetzt kommen wir zur zweiten Frage, die sich jeder irgendwann stellt: Welcher ist der beste Kaffee? Und auch da hat die Wahl der Kaffeemaschine bzw. die Wahl der Kaffeezubereitung eine entscheidende Rolle. Oder präziser ausgedrückt: Das Wissen darum einen Kaffeevollautomaten richtig zu bedienen (und damit meine ich nicht irgendwelche Knöpfe zu drücken) ist ganz entscheidend, um das Maximum aus der Kaffeebohne herauszuholen. Denn was hilft die beste Kaffeebohne in dem Vollautomaten, wenn das Wasser aufgrund des groben Mahlens der Kaffeebohnen nur so durchläuft ("Unterextraktion") und nur ein Bruchteil der Aromen in der Tasse landen? Richtig: nichts. Und deswegen ist es so wichtig folgende zwei Fragen zu beantworten:

  1. Welche Kaffeemaschine bzw. welche Form der Kaffeezubereitung ist die richtige für mich? 
  2. Wie nutze ich meine Kaffeemaschine optimal?

Bevor Du die ersten zwei Fragen nicht beantwortet hast wirst Du nicht die richtige Maschine für dich kaufen. Ich spreche aus eigener Erfahrung :-) Ich habe den 1.000€ teuren und hochwertigen Kaffeevollautomaten gekauft bevor ich mir all das Wissen, das ich jetzt mit Euch teile, angeeignet habe. Liebte ich meine Maschine? Ja, schon. Würde ich mich nochmal für sie entscheiden? Nein. Und eins vorweg warum dem so ist: Mir fehlten die Einstellungsmöglichkeiten, um mein Wissen, das ich habe, so einzusetzen, um das beste aus dem Kaffee herauszuholen.

 

Bevor wir also die Frage beantworten können, die ganz oben über dieser Seite trohnt ("Welche Kaffeemaschine ist die beste für mich?") müssen wir zunächst einer anderen Frage nachgehen: Welche Rolle spielen Über- und Unterextraktion bei der Zubereitung eines Kaffees.

Über- und Unterextraktion bei Kaffee

Man muss wissen, dass Kaffeebohnen über 800 Aromen enthalten. Aber was noch viel wichtiger ist: Bei der Zubereitung eines Kaffee kann man gar nicht mehr als 30% der Aromen herauslösen. Das ist immer noch viel aber es sind eben keine 800 mehr. Die renommierte SCA (Specialty Coffee Association) hat einen interessanten Richtwert herausgegeben: Bei der idealen Zubereitung eines Kaffees löst man 18-22% der Aromen aus der Kaffeebohne. Damit erklären sich die Begriffe der Über- und Unterextraktion wie von selbst: Bringt man weniger als 18% der Aromen in den Kaffee dann spricht man von Unterextraktion - der Kaffee schmeckt fad. Extrahiert man zu viele Aromen bei der Kaffeezubereitung aus den Kaffeebohnen dann schmeckt der Kaffee zu bitter und die Bitterstoffe überlagern die feinen Aromen. Jetzt kann man natürlich sagen: woher soll ich wissen, ob ich 18%, 19% oder 20% der Aromen aus der Kaffeebohne gelöst habe? Dann sage ich: probier es aus. Und wie? Ganz einfach:

 

Beispiel: Du hast einen Kaffeevollautomaten. Stell mal den Mahlgrad so ein, dass die Kaffeebohnen feiner gemahlen werden als vorher. Was passiert? Dein Kaffee wird kräftiger schmecken - wenn du Pech hast wird er total bitter schmecken. Dann hast Du den Kaffee zu fein gemahlen und du gehst wieder ein Stück zurück bis Du den richtigen Mahlgrad (für dich) gefunden hast. Es geht also nicht um eine Zahl - es geht um den Geschmack.

 

Tipp: Bei Überextraktion ist die Crema häufig dunkler.

 

Du fragst dich jetzt welche Punkte Einfluss auf die Aromen-Extraktion haben. Es geht dabei im Wesentlichen um diese drei chronologisch und mit einander zusammenhängenden aufgelisteten Punkte:

  • Mahlgrad
  • Temperatur
  • Brühdauer

Konkret heißt das Folgendes: Wenn das Wasser bei der Zubereitung zu heiß ist kommt es zur Überextraktion. Heißes Wasser zieht also mehr Aromen aus der Kaffeebohne was auch erklärt warum die Zubereitung eines Kaffees nach der "Cold Brew" Methode viele Stunden dauert. Kochendes Wasser kommt generell nie in Frage. Kochendes Wasser hat eine Temperatur von 100 Grad, daher lass das Wasser nach dem Kochen 1-2 Minuten stehen. 90-95 Grad ist die empfohlene Temperatur für die meisten Kaffeespezialitäten. Der zweite Grund für Über- oder Unterextraktion ist die Brühdauer. Je länger der gemahlene Kaffee mit dem Wasser in Berührung kommt desto mehr Aromen zieht er aus den Kaffeebohnen. Man spricht hier von der Kontaktzeit des Wassers mit dem gemahlenen Kaffee. Ist die Kontaktzeit zu hoch kommt es zur Überextraktion. Nun zum dritten Grund: der Mahlgrad. Ist der Mahlgrad zu fein dann kann es - abhängig von der Zubereitungsform des Kaffees - zur Überextraktion kommen bzw. zur Unterextraktion, wenn der Kaffee zu grob gemahlen ist. Warum ist das so? Am folgenden Beispiel lässt es sich gut erklären.

 

Beispiel: Kommen wir zurück zu dem Beispiel mit dem Kaffeevollautomaten. Das Wasser fließt hier durch den relativ hohen Druck schnell durch und die Kontaktzeit des Wassers mit dem gemahlenen Kaffee ist kurz. Sind die Kaffeebohnen jetzt sehr grob gemahlen dann schmeckt der Kaffee sehr fad. Warum? Weil die Kontaktzeit des heißen Wassers mit dem Kaffeemehl kurz ist und die grob gemahlenen Kaffeebohnen zu wenig Kontaktfläche bieten, um in dieser kurzen Zeit genug Aromen abzugeben. Es kommt zur Unterextraktion. Bei Kaffeevollautomaten bietet sich daher eine tendenziell feinere Mahlung an, um trotz der kurzen Kontaktzeit genügend Aromen zu lösen.

Der richtige Mahlgrad

Daraus ergibt sich nun die Frage nach dem richtigen Mahlgrad für jede Kaffeemaschine bzw. Form der Kaffeezubereitung. Dabei spielt folgende Regel, den Erkenntnissen zu Über- und Unterextraktion zufolge, eine entscheidende Rolle: Je feiner die Kaffeebohnen gemahlen wurden desto kürzer sollte die Brühzeit sein. Es gibt daher zwei gute Gründe, die Kaffeebohnen stets frisch zu mahlen:

  1. Du kannst den Mahlgrad flexibel an deinen Geschmack und an deine Kaffeemaschine anpassen
  2. Die Aromen der Kaffeebohne verflüchtigen sich nach dem Mahlen - frisch gemahlene Kaffeebohnen enthalten also mehr Aromen

Mein Tipp: Lege dir eine Kaffeemühle zu. Die folgende Tabelle soll nun Aufschluss über den empfohlenen Mahlgrad je Zubereitungsform geben. Der Übersichtlichkeit halber gehe ich von fünf Stufen aus: "1" steht für sehr fein (mehlartig) und "5" für sehr grob gemahlenen Kaffee (Meersalz), angelehnt an eine Übersicht von "Happy Coffee".

Kaffeemaschine / Zubereitungsform Kaffee Mahlgrad (1 = sehr fein, 5 = sehr grob)
Siebträgermaschine 2
Kaffeevollautomat 2
Aeropress 3
Filterkaffeemaschine 3
Espressokocher 3
Handfilter (z.B. Chemex) 3
Syphon 4
French Press 4

Die Übersicht zeigt sehr gut, dass Espressomaschinen und Kaffeevollautomaten mit höherem Druck arbeiten und das Wasser "durchgeschossen" wird. Der höhere Druck soll die Aromen und ätherischen Öle der Kaffeebohne freisetzen (und weniger Bitterstoffe). Auch die besondere Crema, die die meisten Aromen bindet, gibt es bei diesen Maschinen, weil auch sie erst durch den Druck entsteht. Unter dem Strich gilt: Die Kontaktzeit von Wasser und Kaffeepulver ist vergleichsweise kurz und daher sollte der Kaffee hier fein gemahlen sein.

Bei der French Press ist der Mahlgrad deutlich gröber, weil hier der Kaffee nach der "Full Immersion" Methode aufbereitet wird. Das Kaffeepulver "schwimmt" minutenlang im heißen Wasser. Durch die lange Brühzeit bzw. Kontaktzeit würde eine feine Mahlung zu viele Bitterstoffe lösen. Der Mokka ist hier eine schöne Ausnahme. Ein Mokka wird zweimal aufgekocht, der Kaffeesatz sogar mit in die Tasse gegeben und trotzdem wird der Kaffee hier besonders fein gemahlen (wie Mehl). Das erklärt auch warum der türkische Mokka stets gesüßt angeboten wird.

Filterkaffee: "Pour Over" und "Full Immersion"

Ein kurzer Exkurs zu den Methoden des Kaffeefilterns. Neben der klassischen, automatischen Methode des Kaffeefilterns (Stichwort "Batch Brew") haben die Methoden "Pour Over" und "Full Immersion" neuen Glanz gewonnen. Und hier geht es auch schon los mit der Frage "welcher Typ bist Du"? Vielleicht sollte die Frage auch lauten "Wieviel Zeit hast Du?". Die zweite Frage kann man aber schnell widerlegen, da jeder irgendwann Wochenende hat. Und da liegt vielleicht auch schon die Lösung: eine Maschine (z.B. der Kaffeevollautomat) für die Arbeitswoche, um schnell morgens noch einen Kaffee zu ziehen, und eine andere Zubereitungsform (z.B. French Press und Handfilter) für das Wochenende. Am Wochenende hat man auch Zeit "zu zelebrieren" und den eigenen Me-Moment zu genießen. Morgens vor der Arbeit ist man einfach froh, wach zu werden.

 

Pour Over: Pour over heißt übersetzt so viel wie "übergießen". Bei der Pour Over Methode gießt der Zubereitende also selbst per Hand das heiße Wasser in den Filter (Handfiltern). Hier gibt es verschiedene zum Teil sehr bekannte Anbieter wie Chemex und Hario V60. Die Herausforderung bei der Pour Over Methode besteht in dem gleichmäßigen manuellen Übergießen des Kaffeemehls. Wenn man hier nicht geübt ist, schmeckt jeder Kaffee anders - und vielleicht auch nicht so wie man sich das wünscht. Es erfordert also eine gewisse Übung. Liebhaber schwören aber auf das reiche Aroma. Eine Crema gibt es hier nicht, da mit Schwerkraft statt mit Druck gearbeitet wird.

 

Full Immersion: Dem gegenüber steht die Filtermethode "Full Immersion". Immersion heißt übersetzt "Eintauchen" und beschreibt bereits recht gut worum es sich hier handelt. Die bekannteste Methode ist sicherlich die French Press. Der Kaffeesatz bleibt über mehrere Minuten in dem heißen Wasser bevor es manuell mit einem Metallsieb herausgefiltert wird. Da hier anders als bei der Pour Over Methode kein Papierfilter zum Einsatz kommt, werden Fette (Geschmacksträger) und Öle bei dieser Methode nicht herausgefiltert. Dadurch hat der Kaffee aus der French Press eine besondere Tiefe. Die Herausforderung liegt hier darin, die Brühzeit richtig einzuhalten.

 

Zunächst einmal erklärt sich warum Filterkaffee einen hohen Koffeinanteil hat: das heiße Wasser hat eine lange Kontaktzeit mit dem Kaffeepulver. Des weiteren erklärt sich warum das Kaffeepulver bei der full immersion Methode grob gemahlen sein sollte. Die Brühzeit ist hier überdurchschnittlich lang (ca. 4 Minuten - zum Vergleich: ein Espresso sollte im Ideafall mit einer Brühzeit von 25 Sekunden zubereitet werden) und daher reicht eine grobe Mahlung hier völlig aus bzw. ist sogar ratsam, um das richtige Maß an Aromen und ätherischen Ölen aus den Kaffeebohnen zu lösen.

Vor- und Nachteile der Kaffeemaschinen-Typen

Mit dem gesammelten Wissen aus dem Thema Über- und Unterextraktion fällt es dir hoffentlich leichter die richtige Form der Kaffezubereitung für dich zu finden. Du weißt auch, dass sich die Methoden stark unterscheiden und jede Form einen ganz anderen Kaffee macht. Die French Press macht einen Kaffee mit viel Tiefe, weil Fette und Öle in den Kaffee gelangen, die beim Papierfilter herausgefiltert werden. Du weißt, dass nur eine Espressomaschine oder ein Kaffeevollautomat genügend Druck erzeugt, um die berühmte Crema zu schaffen. Und du brauchst Geduld, um einen Handfilter wie die Chemex zu bedienen. Ich bin ganz ehrlich: diese Geduld habe ich nur am Wochenende. Und auch nicht an jedem. Daher stelle dir folgende Fragen bevor Du dich für eine Form der Zubereitung entscheidest:

  • Wie wichtig ist dir die Crema auf einem Kaffee? Wichtig? Dann ist Espressomaschine oder Kaffeevollautomat die richtige Wahl (gute Kapselmaschinen können das auch)
  • Wie viel Zeit und Geduld hast Du? Bist Du der Typ, dem es nicht schnell genug gehen kann? Dann bleibe fern vom Handfilter.

Du kannst dir auch überlegen, ob Du dir nicht verschiedene Varianten zulegst und je nach Lust und Laune (und aus reiner Experimentierfreude) jede mal ausprobierst. Die Methoden schaffen sehr, sehr verschiedene Geschmäcker und Du solltest herausfinden welche dir am besten schmeckt. Einen Kaffeevollautomaten für den schnellen Kaffee oder den Latte Macchiato für den Gast kannst Du dir auch zulegen. Das ist immer eine gute Wahl. Und dann stellt sich die neue Frage: Welche Kaffeebohne will ich ausprobieren. Es gibt helle Kaffeebohnen, die im Trend liegen, weil sie noch die ursprünglichen fruchtigen Aromen in sich tragen und die dunklen Kaffeebohnen, die sich für einen Espresso eignen, weil sie den typisch herben Geschmack verinnerlichen. 

  • Filterkaffeemaschine
  • Espressokocher
  • French Press 
  • Aeropress
  • Syphon
  • Handfilter (Ceramex und Hario V60)
  • Kaffeevollautomat
  • Siebträgermaschine
  • Kapselmaschine (und Pads)

Filterkaffeemaschine

Filterkaffeemaschine
Filterkaffeemaschine: Günstig und umweltbewusst

Pro: Eine Filterkaffeemaschine ist zunächst einmal günstig in der Anschaffung und in den fortlaufenden Kosten. Darüberhinaus kannst Du mit ihr große Mengen an Kaffee auf einmal zubereiten. Die Filterkaffeemaschine eignet sich daher ideal für eine Groß-Familie oder bei einer (häufigen) langen Gästeliste. Die Kanne wird eingesetzt und innerhalb von wenigen Minuten ist die Kanne für ca. 10 Personen voll. Gerade im Vergleich zu Kapselmaschinen ist die Filterkaffeemaschine auch deutlich umweltfreundlicher, denn der Kaffeesatz landet auf dem Kompost und das Filterpapier ist biologisch abbaubar. 

Contra: Insbesondere, wenn das Wasser in dem Filter "steht" und zu langsam durchfließt wird der Kaffee sehr bitter. Vorsicht vor zu feinem Mahlgrad.

 

 

Tipp: Für Koffein-Liebhaber: Filterkaffee hat einen hohen Koffein-Anteil.


Espressokocher

Espressokocher
Espressokocher: Freude für Auge und Gaumen

Pro: Viele schwören auf den Geschmack des Kaffees eines Espressokochers. Aber Vorsicht: ein Espresso lässt sich damit nicht zubereiten. Für einen Espresso bedarf es eines Drucks von 9 bar - ein Espressokocher kann hingegen nur ca. 1,5 bar Druck erzeugen. Dennoch ist der Kaffee des Espressokochers ein Geschmackserlebnis. Die Zubereitung ist ein weiterer Pluspunkt des Espressokochers, denn die Zubereitung eines Kaffees mit einem Espressokocher ist magisch und etwas Besonderes. Der Espressokocher wird auf den Herd gestellt bis der Kaffee langsam - durch den Druck - nach oben in die Kanne fließt. Das Auge spielt beim Geschmack eben eine große Rolle. Ein Espressokocher sieht zudem einfach toll aus.

 

Contra: Mit dem Espressokocher lässt sich eben "nur" ein Kaffee machen. Ein Espresso lässt sich damit nicht zubereiten. Zudem benötigt man eine externe Mühle, um den Kaffee frisch zu mahlen. Einen wirklich schnellen Kaffee bekommt man mit dem Espressokocher auch nicht.


French Press

French Press
French Press: Die Pressstempelkanne

Pro: Viele mögen die geschmackliche Tiefe eines Kaffees aus einer French Press. Die in den Kaffeebohnen enthaltenen Fette und Öle bleiben bei dieser Methode besonders gut erhalten. Wie beim Espressokocher ist auch hier die Zubereitung - wenngleich mit gewissem Aufwand verbunden (oder vielleicht auch gerade deshalb) - eine Freude. Wie funktioniert die French Press? Zunächst wird heißes Wasser auf das Kaffeepulver gegossen, kurz gewartet und dann das Metallsieb langsam nach unten gedrückt. Fertig ist der aromatische Kaffee.

 

 

Contra: Der manuelle Aufwand kostet Zeit und Geduld. Ein schneller Kaffee lässt sich mit der French Press nicht machen. Wer unter Zeitdruck steht wird lieber auf den Knopf eines Vollautomaten drücken.


Aeropress

French Press
AeroPress: Die Alternative zur French Press

Pro: Die AeroPress ist eine amerikanische Erfindung, die durch ihre originelle Zubereitungs-Form überzeugt, die durchaus auch Vorteile birgt. Im Gegensatz zur French Press kann kein Kaffeesatz im Kaffeegetränk verbleiben; zudem kann die Brühzeit anders als beim Filterkaffee flexibel gehandhabt werden. Aber wie funktioniert die AeroPress genau? Zunächst wird heißes Wasser auf das Kaffeemehl in der AeroPress gegossen. Anschließend wird die Flüssigkeit per Hand mit dem Presskolben durch den Einwegfilter in die Kaffeetasse gedrückt.

 

Contra: Etwas Geduld ist gefragt.


Syphon

Syphon
Syphon: Die Vakuum-Zubereitung

Pros und Cons: Die Idee der Kaffeezubereitung mit Vakuum ist fast 200 Jahre alt und erlebt hierzulande einen neuen Trend. In Japan ist die Kaffeezubereitung mit einem Syphon sehr verbreitet und man sieht die spektakulären Kaffeezubereiter vermehrt auch hier in Deutschland. Optisch ist der Syphon ein Hingucker und Verwender schwören auf die vielen Aromen, die sich in dem physikalisch anspruchsvollem Prozess mittels Vakuum in dem Kaffee bilden. Durch die gläserne Optik lässt sich der gesamte Zubereitungs-Vorgang wunderbar verfolgen.

 

Funktionsweise: Das Wasser wird zunächst in dem unteren Galsbehältnis erhitzt. Durch den entstehenden Dampfdruck beginnt das Wasser durch ein Röhrchen in das obere Behältnis zu steigen wo es sich mit dem Kaffeemehl vermischt. Nun wird die Hitzequelle ausgestellt und durch den sinkenden Dampfdruck tropf der Kaffee durch einen Stoff- oder Papierfilter zurück in den unteren Behälter. Dass der Kaffee vom oberen Glaskolben in den unteren zurücktropft, hängt zum einen an der Schwerkraft und zum anderen an einem entstehenden Vakuum-Effekt.

 


Handfilter: Chemex und Hario V60

Chemex
Chemex: Die berühmte Handfilter-Methode

Pros und Cons: Handfilter sind generell sehr populär und haben einen entscheidenden Vorteil - man hat alle Faktoren, die den Geschmack beeinflussen (Temperatur, Brühzeit, Mahlgrad etc.) selbst in der Hand. Die Geschwindigkeit mit der man das heiße Wasser über das Kaffeemehl gießt ist ganz einem selbst überlassen. Das ist zwar aufwendig, weil manuell, aber auch schön, weil man ganz frei von jeder Maschine den Kaffee selbst zubereitet. Und beim Kaffee spielt das Zeremonielle für viele eben auch eine gewisse Rolle. Optisch ist die Chemex sicherlich das größere Highlight mit ihrem Look aus Holz, Leder und Glas. Der Handfilter, ob nun Hario V60 oder ein schlichter Porzellan-Filter, kommen da schon schlichter daher. Die Markenzeichen des Hario V60 sind die Rillen und der 60 Grad Winkel des Handfilters (daher V60). Die Rillen in der Innenseite des Filters (alternativ Glas, Porzellan oder Metall) sollen die Extraktion der Aromen optimieren. Beim Chemex ist die Öffnung am Boden etwas größer als beim Hario V60 wodurch der Kaffee schneller hindurchfließen kann. Dafür ist jedoch der Papierfilter speziell für den Chemex deutlich dicker was den Vorteil birgt, dass Kaffeeöle und auch feiner Kaffeesatz besser herausgefiltert werden. Daher ist der Geschmack des Chemex-Kaffees besonders klar. Neben diesen beiden Varianten gibt es natürlich noch den klassischen Handfilter aus Porzellan. Porzellan ist geruchsneutral und daher stets beliebt.

 

 

Funktionsweise: Bei der Handfilter-Methode wird zunächst der Kegel des Handfilters mit einem Papierfilter ausgelegt. Den Papierfilter sollte man vorab mit abgekochtem Wasser einmal kurz durchspülen, um den Eigengeschmack des Papiers zu entfernen. Danach wird das Kaffeemehl in den Filter gegeben und das heiße Wasser (ca. 95 Grad - kein kochendes Wasser verwenden) von Hand langsam in den Kegel gegossen. Der Kaffee tropft durch die Schwerkraft in die Kanne oder Tasse darunter. Es handelt sich hierbei um die klassische Handfilter bzw. "Pour Over" Methode.


Kaffeevollautomat

Kaffeevollautomat
Kaffeevollautomat: Schnell und flexibel

Pro: Der Kaffeevollautomat ist das Multi-Talent unter den Kaffeemaschinen. Wer es morgens gerne schnell mag und nicht davor zurückschreckt ein paar Hundert Euro auf den Tisch zu legen, der ist bei dem Kaffeevollautomaten genau richtig. Ob Cappuccino, Flat White oder Espresso - der Kaffeevollautomat kann alles. Mit einer eingebauten Mühle und einem Milchschäumer ist der Vollautomat ein Gewinner in Sachen Flexibilität und durchaus auch im Sinne des Geschmacks. Denn das integrierte Mahlwerk garantiert frischen Genuss. Ein weiterer Vorteil: Die niedrigen variablen Kosten. Der Kaffeevollautomat ist zwar recht teuer in der Anschaffung aber das Kilo Kaffeebohnen ist vergleichsweise günstig. Zum Vergleich: Ein Kilo Kaffee aus Kapseln kostet spielend das drei- bis vierfache.

 

 

Contra: Auch wenn es sich um einen Vollautomaten handelt - tägliche Reinigung ist ein Muss. Vor allem der integrierte Milchschäumer muss täglich gründlich gereinigt werden. Zudem sind die Anschaffungskosten recht hoch bei dem Vollautomaten. 


Siebträgermaschine

Siebträgermaschine
Siebträgermaschine: Für die Profis

Pro: Der Geschmack. Wenn man eine Kaffeemühle nutzt, um die Kaffeebohnen frisch zu mahlen, wenn man die Dampfdüse für den Milchschaum richtig zu bedienen weiß und wenn man u.a. gelernt hat Druck und Mahlgrad entsprechend einzustellen dann ist das Ergebnis sehr gut. Für echte Genießer ein Muss.

 

 

Contra: Eine hochwertige, gute Siebträgermaschine hat seinen Preis. Eine externe Mühle braucht man in der Regel auch noch. Man braucht zudem etwas Geduld bis man die Siebträgermaschine mit all seinen Möglichkeiten (Druck einstellen, Mahlgrad anpassen, Dampfdüse für den Milchschaum bedienen usw.) vollumfänglich nutzt. Hat man viele Gäste zu Hause, dann ist man überdies erst mal ein Weilchen beschäftigt.


Kapselmaschine

Kaffeekapselmaschine
Kapselmaschine: Unkompliziert und umweltbelastend

Pro: Natürlich hat eine Kapselmaschine auch seine Vorteile. Und wahrscheinlich fängt (fast) jeder bei der Kapselmaschine an und "arbeitet" sich dann langsam hoch. Mit der Zeit entwickelt sich die Freude am wahren Kaffee - und dann geht man von der Kapselmaschine zu den Kaffeemaschinen-Typen oben über. Zunächst einmal ist die Kapselmaschine schnell und sehr einfach zu bedienen. Kapseln gibt es mittlerweile fast überall. Kapsel rein, Knopf drücken und fertig ist der Kaffee. Die Anschaffungskosten sind zudem vergleichsweise niedrig.

 

Contra: Auf der Contra-Seite ist zunächst die Umwelt zu nennen. Jede Kapsel wandert nach dem Gebrauch in den Müll. Für umweltbewusste Kaffee-Trinker ist die Kapselmaschine daher nichts. Zudem sind die fortlaufenden Kosten hoch. Ein Kilo Kapsel-Kaffee ist deutlich teurer als ein Kilo ganzer Kaffeebohnen. Zudem passt nicht zwangsläufig jede Kaffeekapsel in jede Maschine.

 

 

Die Alternative Kaffeepads: Eine Alternative zu Kapselmaschinen sind Kaffeepadmaschinen. Kaffeepads sind umweltfreundlicher und in der Regel kompostierbar. Zudem sind Kaffeepads günstiger. Kaffeepads können jedoch geschmacklich nicht mit den luftdicht verschlossenen Aluminium-Kapseln mithalten.


Fazit: Kaffeemaschinen

Es gibt viele Argumente für und gegen bestimmte Kaffeemaschinen-Typen. Eine Siebträgermaschine zaubert ganz besonderes Aroma, aber ist natürlich aufwendiger in der Handhabung und Reinigung als eine Filterkaffeemaschine. Bist Du ein Freund von viel Koffein? Dann führt kein Weg an der Filterkaffeemaschine vorbei, denn Filterkaffee enthält mit Abstand am meisten Koffein. Zudem kannst du problemlos in Kürze eine ganze Kanne Kaffee zubereiten. Liebst Du Espresso, aber Du findest auch mal einen Cappuccino toll? Dann ist der Vollautomat natürlich eine sehr gute Wahl. Kapselmaschinen sind zwar einfach in der Bedienung, aber produzieren viel Müll. Zudem sind Kapseln - auf das Kilo Kaffee hochgerechnet - teurer als ganze Bohnen. Espressokocher, French Press und AeroPress eignen sich hingegen hervorragend, wenn Du dir gerne Zeit bei der Zubereitung nimmst und dir der "Weg zum Ziel" auch Spaß macht. Du wirst durch einen tollen Geschmack belohnt. Je nachdem also ob Aroma, Flexibilität oder Einfachheit in der Handhabung eine besondere Rolle für dich spielen, kennst Du jetzt deine Wahl.

 

Im folgenden Absatz findest Du ein paar Tipps darüber wie Du dafür sorgst, dass Du besonders viel und lange Freude an deiner Kaffeemaschine hast.

Kaffeemaschine sauber halten

Um den Kaffee-Moment voll und ganz genießen zu können - so ehrlich muss mann sein - muss die Kaffeemaschine regelmäßig gesäubert werden.  Hierzu gibt es eine einfach Faustregel: Alle herausnehmbaren Teile der Kaffeemaschine (insbesondere die, die mit Wärme und Feuchtigkeit in Berührung kommen) sollten regelmäßig gereinigt werden.

 

Welche Teile und wie häufig?

  • Kaffeesatz-Behälter: täglich
  • Wassertank: täglich
  • Milchaufschäumer: täglich
  • Tropfschale: mehrmals die Woche

Tipp:

Feuchter Kaffeesatz bildet Schimmel - daher täglich Kaffesatz-Behälter reinigen. Wechsle täglich das Wasser in Deinem Wassertank

 

Wenn du die Faustregel ("alle herausnehmbaren Teile täglich reinigen") einhältst dann steht Deinem Kaffeebohnen-Me-Moment nichts mehr im Wege! Und den Stolz, dass Du dich bestens um deine Kaffeemaschine kümmerst, kann Dir auch keiner nehmen.


Direkt zum Shop

Kaffeemühle und Tasse Kaffee

Hier kannst du einfach und bequem Kaffeebohnen online kaufen. Viel Freude beim Shoppen. 

 

Kaffee & Kalorien

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Tasse Espresso von oben

Schwarzer Kaffee hat so gut wie keine Kalorien. Aber auch Cappuccino kann  - mit der richtigen Milch - recht kalorienarm sein

Kaffee & Koffein

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Gemahlener Kaffee in Filter

Wussten Sie, dass Filterkaffee deutlich mehr Koffein enthält als ein Espresso? Erfahren Sie hier mehr!



Cappuccino und weißes Blatt Papier

Die Kaffeebohnen-Schulung

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Du bist noch kein Kaffeebohnen-Experte? Dann ist meine Empfehlung, dass Du dir zunächst die Kaffeebohnen-Schulung durchliest. Die Lesezeit beträgt ca. 3 Minuten. Diese kompakte Zusammenfassung wird dir die Grundkenntnisse zu Kaffee vermitteln.